Demut

Was ist Demut?

Das Wort Demut wird oft gebraucht aber auch oft missverstanden, weil es immer auch im Wortkontext, dem Zusammenspiel mit den umliegenden Worten und dem Sein desjenigen, der es gebraucht sowie der Situation, in der es gesagt wird, von diesen Faktoren beeinflusst wird.

Demut im Sinne von demütig sein kann sowohl einen Zustand beschreiben, in dem wir uns von einengenden Vorurteilen oder Urteilen befreit haben oder befreit worden sind, ebenso kann es aber im Sinne von unterwürfig auch gerade das Gegenteil, den Zustand der Fremdbestimmung oder des sich Fremd-Bestimmten-Lassens beschreiben. Diese Fremdbestimmung kann also sowohl von außen als auch von innen verursacht worden sein.

Wenn wir nun diese Demut, das demütig sein im Sinne der fremd gesteuerten Unterwerfung beiseite lassen und uns hier mehr auf den Zustand der Freiheit, der Freiwilligkeit, des Verstehens und der Erkenntnis beschränken, dann möchte ich hier mal mit ein paar Fragen und darauf folgenden Antworten meinen Ansatz zu diesem wesentlichen Teil unseres Seins, unserer Entwicklung darstellen.

Kann ich Demut vorsätzlich herbeiführen?

Ja, das ist möglich. Man kann unsere geistigen Helfer oder die Quelle allen Seins darum bitten, uns der Demut näher zu bringen. Wir werden dann in unserem Leben einen Prozess durchlaufen, der uns letztendlich der Demut nahe bringt, es uns ermöglicht, sie in uns und der Welt um uns herum zu spüren, sie irgend wann auch einmal dann zu leben.

Dieser Prozess wird von vielen als wirklicher Fortschritt in ihrem Sein erkannt. Dennoch sollte sich jeder Mensch, der sich für diese Bitte nach Demut bereit erklärt wissen, dass dieser Weg auch Probleme mit sich bringt und keinesfalls unbedingt immer nur ein leichter oder bequemer ist, da wir auf diesem Weg Erfahrungen begegnen werden, die uns sowohl die Höhen als auch die Abgründe menschlicher Existenz vor Augen führen können und sollen.

Warum begegnen wir auf dem Weg zur Demut den Höhen und Abgründen der menschlichen Existenz?

Beides gehört mit zu unserem Leben. Niemand hat ein absolutes Anrecht darauf, nur im dauerhaften Glück zu leben, das Leben hat einfach in sich auch Schwankungen, die für uns mal Höhen und mal Abgründe darstellen. Wir erleben unser Leben real und objektiv und bewerten gleichzeitig mit unseren Gedanken und Gefühlen diese real erlebte Welt, eigentlich nimmt sie durch diese Bewertung erst wirklich ihre Gestalt an. Diese teilweisen extremen Spitzen, welche die Bandbreite unserer jeweiligen Existenz markieren, regen uns an, über unser inneres Weltbild nachzudenken. Wir bilden also unsere im Außen erlebte Welt im Inneren noch einmal in unserer Innenwelt ab. Dort sind zusätzlich zu den "harten Fakten" noch die gefühlten und eher weichen Faktoren mit eingebracht. Ein Beispiel dazu: Wenn wir die Situation eines Schlachtfestes uns vor Augen führen, so wird ein Veganer, also ein Mensch, der weder Ei, noch Fleisch, noch Milchprodukte, noch Fisch isst, diese anders empfinden als ein Mensch, der seit drei Wochen oder länger gehungert hatte, hungern musste. Der Veganer hat also die äußere Realität mit den Gedanken und Gefühlen der Barbarei, des Mordes an einem Lebewesen verbunden, während der hungernde Mensch in dieser Situation vielleicht die Chance sieht, endlich einmal satt zu werden, seinen eigenen Hunger dadurch stillen zu können. Der Veganer wird also seine Teilnahme an einem Schlachtfest als Abgrund empfinden und mit Abscheu reagieren, der Hungernde wird diese Situation eher als Höhe seiner Existenz erleben und dankbar daran teilnehmen, sich freuen.

Gibt es also keine Höhen und Abgründen der menschlichen Existenz?

Doch, diese sind existent, zumindest in unserer Innenwelt. Im Außen sind es Situationen, sind Erlebnisse, sind Erfahrungen. Im Zustand der Demut oder der Annäherung an diesen Zustand werden wir lernen, dass wir es mit unserer inneren Bewertung sind, die dadurch bestimmen, was wir wie erleben. Je demütiger wir werden, desto mehr werden wir in der Lage sein, die Situationen um uns herum gleichmütiger anzunehmen, wodurch die Spitzen des inneren Erlebens abgeschwächt werden. Gleichmütig ist hier im Sinne der Annahme dessen was ist zu sehen, bedeutet jedoch keinesfalls, dass wir alles, was um uns herum geschieht gutheißen müssen. Jedoch relativiert sich in diesem Zustand die Menge überschießender emotionaler Bewertungen deutlich, was unserem Sein, dem realen und dem innerlich erlebten wiederum eine gewisse Stabilität verleiht.

Ist einem demütigen Menschen alles egal?

Ja und nein. Egal im Sinne von gleich Willkommen bedeutet nur die Annahme dessen was ist, bedeutet jedoch auch, dass Wahlmöglichkeiten des Lebens und Erlebens eher so getroffen werden, dass möglichst viele Lebewesen diese Moment ihres Seins in Frieden und Freiheit erleben und leben dürfen. Die Schuldfrage wird weniger wichtig, Rechthaben wird weniger wichtig, um-jeden-Preis gewinnen wollen wird weniger wichtig. Ein demütiger Mensch ist in seiner Innenwelt einfach ausgeglichener, stabiler und sieht deshalb auch das Außen mit anderen Augen.

Wie erlange ich Demut?

Aus eigenem Tun erlangen Sie Demut. Sie erlangen Demut aus der Gnade und Barmherzigkeit der göttlichen Energie heraus oder auch einfach, weil Sie es zulassen können und wollen, weil sie dann das Leben sich ereignen lassen können.
Welchen Vorteil habe ich davon, Demut in mir zu haben?
Ihre Innenwelt wird reicher, wird sanftmütiger und auch intensiver werden obwohl Sie das Außen gleichmütiger erleben oder gerade deshalb.

Muss ich irgendwann demütig werden?

Wenn Sie ihr Ziel erreichen wollen: Ja Das Wort "muss" ist jedoch hier kontraproduktiv. Es gibt keine Abkürzung auf Ihrem Lebensweg, Sie werden Ihr Leben und auch weitere leben. Eine Abkürzung ließe vermuten, dass Sie das Leben eher als Strafe oder Ballast, als Unbill oder Mühe innerlich bewerten. Lassen Sie diese Bewertung los und leben Sie. Was ist das Ziel? Das Leben an sich ist Weg und Ziel zugleich. Ohne den Weg gibt es kein Ziel und ohne Ziel auch keinen Weg dorthin. Eins bedingt das andere. Zumindest solange wir dual leben, im Kreislauf der Leben sind, manche sagen auch "im Rad der Leben" sind. Je näher wir dem Ziel sind, desto mehr können wir Qualitäten des Ziels hier in unserem Leben erfahren und auch hier in dieser Welt einbringen.

Ist es anstrengend demütig zu sein?

Es zu sein ist nicht anstrengend, es zu bleiben erfordert Entscheidungen, erfordert Hingabe. Wenn es vorteilhaft für uns ist, demütig zu sein, warum sind wir es nicht automatisch, sozusagen von Gott vorprogrammiert? Weil die Einheit keine Einheit des Zwangs ist leben wir diese Leben mal so und mal anders.

Wann erreiche ich das Gesamtziel?

Sie erreichen das Gesamtziel jetzt, haben es jetzt erreicht und auch gestern schon, vorgestern und werden es in Zukunft immer wieder erreicht haben oder erreichen. Sie waren letztendlich niemals komplett außerhalb der Einheit draußen, waren zu jeder Zeit und zu jedem Ort mit ihr verbunden und werden es auch immer sein. Aber Sie sind über lange Zeit hinweg bereit, sich darüber zu täuschen oder Täuschungen von außen zuzulassen.

Welchen Preis bekomme ich, wenn ich das Gesamtziel erreicht haben werde?

Sie werden unendliche Liebe erhalten. Sie werden diese Liebe ausstrahlen können und sie werden von ihrer "dortigen" Existenz aus sich selbst hier beim Leben zuschauen können und über ihre jetzigen Bewertungen, Urteile und Vorurteile zugleich schmunzeln und sie auch mit Respekt anschauen. Denn Sie sind freiwillig hierher auf unsere Erde gegangen um an diesem großartigen Spiel teilzunehmen. Das Gesamtziel birgt diese Möglichkeit in sich und noch eine weitere, die sich erst nach einer weiteren Verschmelzung mit der höchsten Energie für Sie ergibt: den erneuten Eintritt in ein weiteres Rad des Lebens oder unzähliger Räder, um dies exakter auszudrücken.

Dann geht alles also immer weiter?

Es endet nie, weil ein Ende Ausdruck eines unvollkommenen Weltbildes ist, noch Zeit und Raum als existent betrachtet und von einer zwingend logischen Abfolge von Ereignissen, von Tun und Resultat ausgeht. Doch es ist anders. Dies heraus zu finden wird jeder/m von uns als Ansporn mit auf den Weg gegeben.

Hinweis:

Sollten Sie auf der linken Seite keine Menüleiste sehen, so klicken Sie bitte hier!