Erdbeben Japan AKW Fukushima --- Atomkatastrophe --- Ausstieg --- Atomausstieg --- Atomenergie --- noch vor einiger Zeit haben die meisten Menschen sich für diese Worte überhaupt nicht interessiert. Mit dieser atomaren Katastrophe hat sich das schlagartig verändert. Neben der Trauer um die Opfer der Erdbebenkatastrophe und denen des Tsunamis haben wir nun natürlich auch Angst um unsere eigene Sicherheit und die unserer Kinder.
Wir sollten die Verantwortlichen beauftragen, jeden Atomreaktor vor und nach der Abschaltung so auszustatten, dass auch das, was bei einem GAU notwendig zu sein scheint vorhanden ist. Es sollten also außen an der Reaktorhülle Leitungen vorhanden sein, über die man einen Sprühnebel aus einem Wasser-Borsäure Gemisch versprühen kann. Es sollten Wasserkanonen auf dem Gelände auf erhöhter Postition vorhanden sein, die man auch ferngesteuert bedienen kann und die in ihren sensiblen Bereichen vor zerstörerischer Strahlung geschützt sind. Auch solche Systeme sollten mehrfach vorhanden sein.
Es sollten im Umfeld des AKWs die Flächen versiegelt sein, damit anfallendes Sprühwasser mit möglicher radioktiver Kontamination aufgefangen und gefiltert abtransportiert werden kann.
Es sollten wohl auch im Umfeld von Atomkraftwerken größere oberirdische Teiche, Seen angelegt werden, in denen Löschwasser für den schlimmsten Fall zur Verfügung steht, falls mal die Leitungen beschädigt sind.
Wenn man liest, dass nun der Reaktor von Tschernobyl noch einmal neu eingehaust werden muss, es also notwendig ist, über den Sarkophag, der schon besteht, einen zweiten zu bauen, dann wäre es doch vielleicht ratsam, an mehreren Stellen in Deutschland für den Bedarfsfall Einzelteile eines solchen Sarkophags zu lagern, zumindest die Stahlkonstruktion, damit diese im Notfall nur noch zum Ungklücksreaktor gebracht werden muss, das spart Zeit.
In Tschernobyl soll dieser zweite Sarkophag vor dem jetzt bestehenden erstellt werden und dann auf Gleisen über den jetzigen geschoben werden. Demnach sollten auch jetzt schon neben allen jetzt bestehenden Atomkraftwerken solche Gleisanlagen gebaut werden, damit die im Katastrophenfall zur Verfügung stehen.
Zu jedem Atomkraftwerk sollte es mehrere Gleisanschlüsse geben, die keine Einbahnstraßen sind, damit eventuell mal nötige Anlieferungen von Beton, Sand, Sarkophagbauteilen möglichst zeitsparend angeliefert werden können.
Es sollten unter jedem Atommeiler auch jetzt schon Vorkehrungen installiert werden, die ein mögliches Einsickern einer Kernschmelze ins Grundwasser verhindern, in Tschernobyl wurde unter den Sarkophag im Bereich des Reaktors eine Kühlung in einem Tunnelsystem eingebaut, das könnte und sollte dann wohl auch Bestandteil aller hiesigen AKWs werden, eventuell sogar mehrmals untereinander. Es ist doch leichter, diese einzubauen, während es noch keine Kernschmelze gegeben hat. Solche Arbeiten sind ohne die extreme Strahlung nach einem GAU für die Arbeiter auch sicherer. Wie haben es ja alle in den Dokumentationen zu Tschernobyl und nun auch Fukushima gesehen, dass dort nach der Katastrophe die Arbeiter gezwungen wurden, diese Aufgaben zu erledigen, viele davon haben ihre Gesundheit dabei verloren und sehr viele auch ihr Leben. Sie wurden geopfert.
Ich empfinde es als schlimmen Widerspruch, dass Feuerwehrleute ihr Leben opfern in solch einer Katastrophe, während diejenigen, die vorher den Profit eingefahren haben sich dem havarierten Kernkraftwerk nicht nähern. Das ist ungerecht, diese verantwortlichen Manager können durchaus auch ihr Leben für solche Arbeiten dann einsetzen, sie haben sich ja für diese gefährliche Technologie zuvor eingesetzt und der gesamten Bevölkerung dieses "Restrisiko" aufgebürdet und dabei an den Kosten für die Sicherheit anscheinend auch gespart.
Es könnte also auch wichtig sein, dass für den Bau eines Sarkophags irgendwo zentral in Deutschland genügend Material gelagert wird. Auch dort müssen Gleisanlagen und gute Verlademöglichkeiten vorhanden sein.
Jodtabletten: Diese sollten wohl in jeder Stadt, in jedem Ort gelagert werden, damit sie im Bedarfsfall vorhanden sind. Es sollten mehr Tabletten gelagert werden, weil ja aus manchen Gebieten im Notfall evakuiert werden muss und vielleicht dort keiner mehr nach den Tabletten suchen kann, sie könnten dort ja verstrahlt sein.
Ja, es gibt nach Aussagen aller Experten keine absolute Sicherheit, es gibt weltweit kein einziges Atomkraftwerk, welches vor einem GAU geschützt ist. Man hat früher über die Mahner gespottet, die vor den schweren Folgen eines solchen Restrisikos gewarnt haben, hat versucht, das Risiko als vernachlässigbar hinzustellen, nun sehen wir im Fernsehen, welches Leid solch eine Katastrophe schon Millionen Menschen gebracht hat. Es leben auch heute noch in der Umgebung von Tschernobyl acht Millionen Menschen auf verseuchtem Boden. Ziehen Sie nun einmal um die Atomkraftwerke in Deutschland jeweils einen Kreis von 200 km, der symbolisch eine stark radioaktiv verstrahlte Fläche darstellt. Dann bleibt gar nicht mehr so viel Fläche übrig. Natürlich wird nach einem GAU die verstrahlte Fläche keine Kreisform haben, je nachdem, wie die Winde wehen, wird mal die eine, mal die andere Region verstrahlt. Tschernobyl ist weit weg und doch hat die Radioaktivität Deutschland, Schweden, England, Frankreich, Finnland, Lappland,Italien, Spanien, Belgien, die Niederlande und etliche mehr erreicht.
Dieses Restrisiko besteht für Atomreaktoren, Zwischenlager, Endlager im Betrieb, in der Abkühlphase nach dem Herunterfahren und in der Zeit bis die Radioktivität irgendwann erloschen ist. Das kann also noch sehr lange sein. Die Sicherheitsmaßnahmen, die benötigt werden, müssen also auch für sehr lange Zeit aufrechterhalten werden. Vielleicht wäre es sogar sinnvoll, alle atomaren Anlagen nach Bayern in die Alpen zu verfrachten, damit diese tief in dem Gestein der Berge im Notfall einer atomaren Katastrophe von abertausenden Tonnen Gestein verdeckt werden.
Ja, diese bedrohen im Katastrophenfall uns und unsere Atomkraftwerke bedrohen im Katastrophenfall diese Länder. Je nach Windrichtung und Windstärke und Art des Schadensereignisses kann die Gefährdung einen oder mehrere Kontinente oder den gesamten Planeten bedrohen.
Als normale Bevölkerung können wir nun, wenn wir jetzt darauf drängen, dafür sorgen, dass hier bei uns keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut werden und vielleicht auch die Herstellung von Atombrennstäben eingestellt wird. Wir müssen aber auch aufpassen, da diese Industrien wahrscheinlich nach einigen Monaten schon versuchen werden, uns zu erzählen, man habe nun das "Restrisiko" so weit gesenkt, dass so gut wie nichts mehr passieren könnte. Wir sollten alle, die das erzählen eine Urkunde unterschreiben lassen, in der sie sich im Katastrophenfall als Liquidatoren eines zerstörten Atomreaktors selbst verpflichten, sich bereit erklären, ihr Leben für das der Allgemeinheit einzusetzen.
Wir müssen auch genau hinschauen, welche Politiker sich von der Industrie einlullen lassen und auch, welche Medien uns falsch informieren oder einlullen wollen. Unsere Wachsamkeit und Entschlossenheit ist gefordert. Wie heißt es so schön: Wer aus der Vergangenheit nicht lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
Wir haben den schon in Tschernobyl erlebt. Ich habe damals in München gewohnt und als die radioaktive Wolke über München zog wurden keine Jodtabletten verteilt, auch danach nicht. Mein Vater hatte einen Geigerzähler und wollte für die Behörden hier in Nordhessen Messungen der Radioaktivität durchführen, dies wurde abgelehnt, es sei nicht nötig, hieß es. Dabei war damals ja auch bei uns alles verstrahlt gewesen, den Politikern wären radioaktive Messwerteungelegen gekommen. Es sollte bei uns alles sicher sein. Darum mein Rat: Wenn Sie es sich leisten können, dann kaufen Sie sich ein eigenes Messgerät, vertrauen Sie niemanden, wenn es um Ihr Essen, Ihr Wasser, Ihre Sicherheit und die Ihrer Kinder geht.
Tschernobyl wird noch über Jahrhunderte enorme Anstrengungen und finanzielle Mittel erfordern, binden. Solche Kosten sollte jeder berücksichtigen, der vom "kostengünstigen" Atomstrom spricht. Wir werden es nun in Fukushima auch miterleben können, wie lange es noch dauern wird, bis diese Ruinen halbwegs sicher verpackt worden sind, auch hier wird wahrscheinlich letztendlich alles in Sarkophagen eingehaust werden, die dann auch wieder nach einigen Jahren oder Jahrzehnten erneuert werden müssen, bis dann irgendwann das eigentliche radioaktive Inventar herausgeholt und abtransportiert werden kann. Da es sich hier um insgesamt sechs Blöcke handelt, wird das einige Zeit dauern und wird bis zum Abschluss der Arbeiten sehr große Risiken für Mensch und Umwelt in sich tragen. Wenn wir uns vorstellen, dass eine solche Katastrophe bei uns, aus welchem Grunde auch immer, möglich sein könnte, es uns oder Freunde von uns oder Regionen mit Millionen Menschen betreffen könnte, dann hoffe ich, dass auch Sie darüber nachdenken, ob dieses Risiko wirklich uns und nachfolgenden Generationen weiter aufgeladen werden darf.
Sie können auch jetzt schon ihren Stromanbieter anrufen und fragen, ob dieser Ihnen einen Vertrag anbieten kann, der auf Atomstrom verzichtet. Gesamtgesellschaftlich ist das mit Sicherheit günstiger. Und es ist auch so, dass eine steigende Nachfrage auch zu mehr Wettbewerb führt und letztendlich die Preise senkt.